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KNALL AUF FALL
 
Wieder mal eine lustige neue Idee: Dinge fallen vom Himmel und werden beim Aufprall zerstört. Alternativ: 5 kg schwere Dinge fallen vom Himmel und zerstören beim Aufprall andere Dinge. Zumindest bei letzterer Anordnung folgt auf den Fall ein gewaltiger Knall.
Für die Durchführung war eine neue kontaktlose Auslösetechnik erforderlich. Dafür planten wir die Benutzung einer Lichtschranke. Wir verwendeten den Empfänger eines billigen Lichtschrankenbausatzes und den Laser der anderweitig schon verwendeten Laserwasserwaage.
Da die fallenden Gegenstände teilweise recht klein sind und außerdem der Werfer nicht immer den selben Punkt (und damit auch nicht die Lichtschranke) treffen würde, planten wir die mehrfache Reflektion des Laserstrahls und das bedeutete automatisch eine feste Rahmenkonstruktion. Diese musste recht stabil sein, da sie an Dachbalken freischwebend aufgehängt sein sollte, um den Aufprall darunter nicht zu beeinflussen. Also wurde Lasergitter v.1 an einem kreativen Abend in einem Rutsch entworfen, aus Restholz zusammengerattert und mit in Stücke geschnittenen Spiegelkacheln beklebt. Dann noch Sender und Empfänger angebracht und ein paar Tage später wurde das Wunderwerk getestet. Insgesamt lief es schon ganz gut, allerdings beeinflusste die Aufhängung die Genauigkeit des Laserstrahls, da sich der Holzrahmen um wenige Millimeter verzog. Da die Spiegel festgeklebt waren, gab es keine einfache Lösung zur Nachjustage. Auch das Timing war schwierig, da auf der Erde zwar alle Gegenstände die selbe Fallbeschleunigung erfahren, die letztendliche Fallgeschwindigkeit aber vom Luftwiderstand der einzelnen Körper abhängt. Eine Feder fällt hier langsamer als ein Hammer, anders als z.B. auf dem luftlosen Mond (das Hammer-Feder-Experiment von David Scott während der Apollo 15 Mission, hier zu sehen als MPEG-Video, 6.3 MB). Genauso fällt ein Wasserglas anders als eine Leuchtstofflampe, schon bei unserer geringen Fallhöhe von 2,5m macht sich der Unterschied von einigen Millisekunden bemerkbar. Dafür gibt es überhaupt keine Lösung, außer nicht die Gegenstände zu werfen, sondern ein Gewicht auf Gegenstände zu werfen. Dies führte schließlich zur Konstruktion von Lasergitter v.2, welches aber schon vor dem ersten Versuch wegen schwerwiegender Konstruktionsmängel wieder eingestampft werden musste. Behalten wurde die Idee der beweglichen Spiegel, was schließlich zurück zu Lasergitter v.1.2 führte. Geringe Abweichungen des Laserstrahls konnten nun zwischen den Aufnahmen durch Spiegelverstellung ausgeglichen werden (was leider sehr häufig vorkam). Dafür besitzt das Gitter ein extrem dichtes Strahlraster, so daß auch kleine Gegenstände zuverlässig erfasst werden. Außerdem warfen wir nun wie geplant nur noch ein Gewicht auf die zu zerstörenden Gegenstände, was das Timing kalkulierbar machte. Wir bekamen ein 5kg-Waagengewicht in die Hände, das schon paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat und durch den leichten Rostbefall und die geprägte Gewichtsangabe unglaublich photogen ist. Mit einem kleinen Gegenstand wurde der gewünschte Fallpunkt ermittelt und unten wie oben (mit einem kleinen Lot) markiert. Das erleichtert es dem Werfer, den optimalen Punkt wiederzufinden. Als Unterlage wählten wir ein kleines Ikea-Tischchen. Darauf kam ein metallener Regalboden als Schutz für den Tisch und darauf schließlich zwei schwere gußeiserne Platten. Der Werfer steigt auf die Leiter, sucht seine Position und läßt nach dem Löschen des Lichts das Gewicht einfach fallen. 5 kg Eisen, die aus 2,5m Höhe auf 5 kg anderes Eisen und einen Gegenstand dazwischen treffen, erzeugen ein nicht zu beschreibendes Geräusch. Der Krach ist unglaublich, Splitter fliegen meterweit. Flüssigkeit spritzt meterhoch durch das Lasergitter, was teilweise zu Mehrfachbelichtungen führte, weil der Blitz erneut ausgelöst wurde (mittlerweile wurde die Software angepaßt, um dies zu verhindern). Wir meinen, daß diese Dynamik auf den Bildern deutlich sichtbar ist.
Leider führte diese Dynamik auch zu deutlich erhöhtem Putzeinsatz. Besonders wenn Flüssigkeiten im Spiel waren, mussten nach einer Aufnahme alle Gegenstände im Umkreis abgewischt werden, außerdem noch die Spiegel des Lasergitters, wonach man den Strahl wieder neu einstellen musste. Alles in allem eine sehr aufwändige Aktion, die sich aber trotzdem gelohnt hat.