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Analogauslöser  
Die frühen Tage...
 
Die digitale Revolution hat uns längst überrollt, es gibt kaum noch ein elektrisches Gerät, in dem nicht irgendein Mikrochip steckt. Dabei wird oft vergessen, daß neben der Digitaltechnik die analoge Elektronik steht, mit der man ebenfalls viele Probleme hinreichend genau lösen kann. Auch HighSpeedPhoto.de fing mit einer simplen Analogschaltung an, zusammengelötet nach Bauvorschlägen der bekannten HighSpeed-Imaging-Seite www.hiviz.com.

Als mit der FZ-10 die erste vernünftige Digitalkamera ins Haus kam, war es an der Zeit, die filmfressenden Experimente der Jugendzeit etwas günstiger und vorhersagbarer zu machen. Also wurde die Analogschaltung gebaut und erste Fallexperimente mit einer Wasserbombe waren sehr vielversprechend.
Die Schaltung
 
Der erste Auslöser besteht aus mehreren Modulen, die alle auf verschiedenen Abschnitten einer Lochrasterkarte aufgebaut sind. Im Übrigen befindet sich sogar ein IC auf der Platine. Ein NE556 (2 x NE555): dualer Analogtimer!
  • Schallauslöser mit Piezo-Schallgeber
  • Infrarotlichtschranke
  • Verzögerungsschaltung
Die einzelnen Gruppen können über die Klemmbuchsen zusammengeschaltet werden. Das Lichtschrankenmodul wurde später zum Kontaktmelder umfunktioniert. Wegen der nicht reproduzierbaren Poti-Einstellung der Verzögerung kam eine improvisierte Skala hinzu. Die Schaltung war grob, hatte gewissen Ghetto-Charme und war leider sehr temperaturempfindlich. Im Frühsommer wurde bei 10° gestiegener Umgebungstemperatur das Nachregeln der Verzögerung zum Geduldsspiel. Trotzdem konnte man damit Bilder und - viel wichtiger - Fehler machen und daraus lernen.
Die ersten Versuche
 
Die erste "echte" Session nach den Wasserbombenversuchen fand sehr spartanisch mit Luftpistole und Luftballons in einem engen Keller statt. Zum Einsatz kam der Schallauslöser, der sich allerdings als so zickig erwies, daß er manchmal Pistolenknall mit Luftballonknall oder auch mit Stille verwechselte. Reproduzierbar war leider gar nichts. Eine Blechdose als Schalltrichter verbesserte die Ergebnisse deutlich. Nach dem Abend wurde klar: es geht zwar schon, es muß noch viel besser werden, aber es ist alles irgendwie zu schaffen.
Der Umzug auf einen Dachboden verbesserte die Situation deutlich, weil wir uns ungestört einrichten konnten. Platz, Dunkelheit und Ungestörtheit führten zu einem echten Kreativitätsschub! So bastelten wir aus allem möglichen Zeug unser "Studio" und konnten die ersten Versuche mit fest aufgebautem Gewehr durchführen. Bei minimaler Verzögerung ist die Kugel direkt nach Verlassen des Laufs zu sehen. Daß die Schaltung so schnell wäre, hatten wir nicht erwartet. Also mußten wir die Verzögerung einstellen.
Die Kalibrierung bestand daran, an einem Lineal entlangzuschießen und die Verzögerung auf den gewünschten Aufnahmepunkt einzuregeln. Das ging wider Erwarten sehr gut. Das erste Opfer wurde dann eine zufällig rumliegende 9-Volt-Batterie: wir waren plötzlich bereit für die Aufnahmen, hatten aber nichts zum Zerschießen eingeplant.
Dennoch: ein Volltreffer!